Heute bin ich beim Arbeitstag mit anderen Lehrerinnen und Lehrer bei OU. In diesem Zimmer gibt es fünfzehn Leute, die alle unterrichten und Technologie lieben. Ich freue mich, denn ich finde diese Gelegenheit sehr angenehm und wilkommen. Ich habe schon viel gelernt, das ich in meinem Arbeitsleben benutzen und genießen werde.
noch einmal im Keller der Bibliothek
•August 14, 2006 • Hinterlasse einen KommentarDiese Woche bereite ich die Stundenpländ vor, sodass ich weiß genauer worüber ich jeden Tag sprechen soll. Dieses Semester will ich, dass meine Studenten sprechen mehr und ich weniger. Und, dass ich mehr Deutsch im Klassenzimmer sprechen und Englisch nur wenn es grammatisch nötig ist.
So sitze ich heir im Keller mit dem Textbuchh und denke über meinen Plan. Ich habe ein neues Notizbuch gekauft. Ich habe die Notizen und Stundenpläne des letzten Semesters. Also.
Ich habe auch ein neues Blog für die Klasse, das heißt deutschlernen. Ich will es natürlich sehr interessant und hilfreich sein, sodass meine Studenten Podcasts auf Deutsch hören können.
Muss zur Arbeit gehen.
erster Teil
•Juli 15, 2006 • Hinterlasse einen KommentarIch habe das erste Teil der Monographie vollig durchgearbeitet und den Text meiner Kundin übergeben. Das ist vierzehn Seiten hinter mir aber vierzig oder so gibt es noch. In zwei Wochen beginnt wieder die UniMaschine, dann muss ich für meine Klassen studieren und viel lesen. Wie viel Zeit werde ich für übersetzen haben?
Und was habe ich so weit gelernt? Das Deutsch ist schwer. Adjektivkonstructionen und untergeordnete Gliedsätze überall und die Sprache ist ja so veraltet…1842 wurde es geschrieben. Aber ich habe auch gelernt, das ich so etwas übersetzen kann und Sinn darauf machen kann.
Für Schütjer muss ich Faust im Herbst lesen. Ich habe schon das Buch als Hörbuch und habe die Dateien auf meinen mp3 Spieler herunterladen. Ich gehe spazieren und höre zu. Es gibt noch Wörter, die ich nicht verstehe, aber nicht so viel wie früher.
Das Verb kommt an die zweite Stelle! (Oder?)
•Juli 5, 2006 • Hinterlasse einen KommentarHier ist einen klassischen Satz aus dem Schreiben des 19ten Jahrhunderts. Meiner Meinung nach ist es wirklich klasse, weil die Adjektivkonstruktion, ein Teil der Grammatik, der im Englischnicht gibt, so, so, SO l a n g e ist. Und dann- plopp- kommt das Verb. Ich sage immer vor den Studenten: „das Verb kommt an die zweite Stelle!“- das heißt, die grammatische Stelle, nicht die wörtliche Stelle. Und darum unterrichten wir Adjektivkonstruktionen nur nach dem zweiten Jahr!
das Beispiel aus 1842 (das Hauptverb schwergedrückt):
Die nach der vorausgeschickten geschichtlichen Erörterung von Matthioli zuerst, bald darauf von Castor Durante, Columna und Imperato an verschiedenen Orten Italiens, angeblich als wildwachsende Pflanze beobachtete, auch später in italienischen Gärten (z. B. nach A. Tilli in den Gärten von Pisa), ferner in englischen (nach Js. Rand in Chelsea) und endlich von Camerarius, aus den aus Florenz erhaltenen Exemplaren in Nürnberg cultivirte Agrimonia odorata erhielt späterhin durch Morison, Miller, Aiton, Wildenow und De Candolle nicht allein als solche klassischen Ruf, sondern wurde auch, wenn gleich mit Ausschluss des Entdeckers, von jenen dem italienischen Gebiete eigenthümlich erachtet und angezeigt.
Nur beim Lesen werde ich müde. Bzw. beim Suchen des Verbes.
Endlich: eine Anfang
•Juli 4, 2006 • Hinterlasse einen KommentarEs ist mir so fazinierend, dass ich übersetze die Wörter eines Botanikers, der über einhundertfünfzig Jahre früher lebte, Pflanzen sammelte und über Pflanzen schrieb. Wie sah er aus? Wie war seine Stimme? Was machte er gern, als er am Schreibtisch arbeitete? Trank er gern Kaffee oder Tee? Rauchte er eine Pfeife? Hatte er einen Schnurbart? Wie erklärte er sich die Welt? Glaubte er an Gott und Jesus Christus?
Ab und zu ist die Sprache mehr metaphorisch, poetisch, als richtig wissentschaftlich. Er schrieb nicht nur detaillierte Auswertungen, sondern auch bildhafte Darstellungen, insbesondere wenn er die Geschichte der Pflanze diskutiert.
Aber die Sätze sind l a n g, sehr lang. und es gibt so viele Adjektivkonstruktionen, sodass mein Kopf schwimmt, und ich den Text drei, viermal durchlesen muss um es zu verstehen. Zum Beispiel:
„Um aber zur Aufklärung aller jener Zweifel über den Werth der Arten nach Kräften etwas beizutragen und vielleicht einen sicheren Grundstein zum monographischen Gebäude zu legen, bleibt, da uns sowohl die systematischen als monographischen Bearbeitungen der Gattung im Stiche lasse, das Aufschlagen und die Vergleichung reicher Pflanzen-Sammlungen, in welchen von den Entdeckern Original-Exemplare neidergelegt sind, das angemessenste Hülfsmittel dar.“
Die Arbeit tut mir gut. Es ist nicht so schwer, dass ich verzweifele meine Fähigkeit um das Ende mit Erfolg zu erreichen.
Vorbereitungen
•Juli 1, 2006 • Hinterlasse einen KommentarIm August beginnt wieder das Semester. Die Klassen, in den ich mich eingetragen bin, heißen „Goethes Faust“ und „Frühe Literaturkritik“. Auch unterrichte ich wieder Deutch für Anfänger. Morgen beginnt Juli und ich denke schon, „Wie bereite ich mich dafür vor?“ Auch im Frühling studiere ich Moderne Literaturkritik und ich beabsichtige mehr kritisch und deutlich die Texte durchzudenken und durchzuarbeiten, als ich mit meinem Studium der Anglistik war.
Aber ich kümmere mich zu viel darüber und ich habe schon viel Arbeit vor mir und viel zu tun. Was mache ich heute Abend? Übersetzen? Studieren? Grammatikübungen? Bibel lesen? Beten? Diese Frage ist wichtiger als die erste.
mittendrin
•Juni 27, 2006 • Hinterlasse einen KommentarHeute beginne ich im Ernst die Aufgabe der Übersetzung der Monographie Wallroths. Hier und da muss ich ein bisschen über die Botanik lesen um die Einzelheiten des Textes zu verstehen. Dabei lerne ich viele, das mir interessiert und das ich fazinierend finde. Zum Beispiel, ein Schnitt aus dem Mund des J. Jungius, der ein wichtiger deutscher Botaniker war:
„… wenn die Pflanzen nicht in feststehende Arten und Gattungen gebracht werden und nach einer bestimmten Methode – aber nicht nach dieses oder jenes Mannes Willkür – geordnet werden, so wird sozusagen das Studium der Pflanzenbeschauung ein endloses. Eine Ordnung in Klassen, Arten und Gattungen setzt aber dem Unendlichen eine Grenze.“
Willkür in der Wissenschaft. Kreativität im Labor. Während des Mittelalters und früher in der Antike gab es keine solche Ordnung, und keine spezifischen Beschreibungen des Pflanzenteils. Aber Ordnung muss sein, oder? Im 17ten und 18ten Jahrhundert kommt Ordnung in der Tat in Deutschland. Viele der wichtigsten, ersten systematischen Botaniker waren Deutsche.
Am Anfang meines Studiums wollte ich auch Botanik studieren. Nachdem ich mit meiner ersten Zoologiestunde zu Ende war, wusste ich, dass ich keine Wissenschaflerin sein wollte. Nicht jetzt und nie. Ich weiß jetzt, dass ich liebte Pflanzen als eine Aesthetik, Gemüse und Blumen in meinem Garten, Kräuter in der Küche, und getrocknete oder gemalt auf der Wand. Nicht unter einem Mikroskop.
Aber jetzt kann ich die Botanik wieder genießen, als Übersetzterin, und muss nicht im Labor arbeiten. Ich kann die wissenschaftlichen Namen genießen und die Geschichte der Botanik genießen aber muss nicht den Zellstoffwechsel meinem Professoren erklären.
Ende gut, alles gut.
Fertig ist der zweite Artikel
•Juni 27, 2006 • Hinterlasse einen KommentarEin guter Tag ist zu Ende gekommen. Innerhalb einer Woche habe ich den zweiten Artikel übersetzt. Es war gut gemacht. Ich bin jetzt sicher, dass ich übersetzte von Deutsch ins English viel besser als ich schreibe auf Deutsch.
Ende Juni. Der Sommer ist vollig hier, die Tage sind länger, die Nächte kurzer. Heute war relativ kühl im Garten aber wir brauchen noch Regen. Ich lese jetzt God’s Ultimate Purpose: An Exposistion of Ephesians 1 von Martin Lloyd-Jones als auch Historical Fallacies: Towards a Logic of Historical Thought von David Hackett Fischer. Aber ich arbeite mal im Garten, und wir machen Hausunterricht fast jeden Tag, wir gehen zur Bibiothek….und, und, und. Die Zeit geht schnell und es ist schon mal Abend und was habe ich heute gelesen?
Aber warum soll ich klagen? Ich verwende die Zeit wie ich will, es gibt hier keine Professoren, die viel Arbeit von mir wollen, Sommer ist hier und die Tomaten sind reif auf der Rebe. Ich koche meine eigenes Essen fast jeden Tag und ich bin mit meinem Mann zu Hause, statt jeden Tag an der Uni, in der Bibliothek, im Büro. Die Kinder und ich lesen Bücher zusammen, ich spreche stundenlang mit meinem Mann, und ich übersetze Texte um Geld zu verdienen. Segen ist uns überall.
Mein neuer Beruf: Übersetzerin botanischer Artikel
•Juni 22, 2006 • Hinterlasse einen KommentarEndlich kann ich sagen, dass ich einen wichtigen Teil meines Studiums hinter mir habe. Jetzt ist es Sommer und ich habe viel Zeit und keine Arbeit. Aber plötzlich, am Ende des Semesters, habe ich etwas überraschendes bekommen. Eine Kollegin von mir hat an mich einen Artikel weitergegeben, den sie für eine Studentin übersetzten sollte. Aber sie hatte keine Zeit um das Werk zu übersetzen, weil sie bald nach Russland fliegen vorgehabt hatte und das Werk so lang und wissenschaftlich (und deshalb schwierig!) war. Der Artikel war 1842 veröffentlicht und ist eine botanische Monographie über die Gattung Agrimonia. Es ist ungefähr 60 Seiten und die Sprache ist, natürlich, veraltet.
Ich habe die Aufgabe übernommen und mit der Studentin gesprochen. Sie hat mir zwei andere, kurzer Artikel gegeben, die aus dem siebziger Jahren waren, die ich zuerst übersetzen konnte. Ein ist schon hinter mir und ich bin fast fertig mit dem zweiten. Die Arbeit ist gut, und ich möchte so weiter arbeiten. Das Magister Studium fängt im Herbst an, und ich weiß nicht genau, wie viel Zeit ich für übersetzen haben werde. Nichtdestoweniger ist es mir ein gute Übung gewesen und ich habe viel gelernt.
aller Anfang ist schwer
•Juni 19, 2006 • Hinterlasse einen Kommentar
Des vielen Büchermachens ist kein Ende,
und viel Studieren ermüdet den Leib.
Prediger 12:12
