mittendrin

Heute beginne ich im Ernst die Aufgabe der Übersetzung der Monographie Wallroths. Hier und da muss ich ein bisschen über die Botanik lesen um die Einzelheiten des Textes zu verstehen. Dabei lerne ich viele, das mir interessiert und das ich fazinierend finde. Zum Beispiel, ein Schnitt aus dem Mund des J. Jungius, der ein wichtiger deutscher Botaniker war:

„… wenn die Pflanzen nicht in feststehende Arten und Gattungen gebracht werden und nach einer bestimmten Methode – aber nicht nach dieses oder jenes Mannes Willkür – geordnet werden, so wird sozusagen das Studium der Pflanzenbeschauung ein endloses. Eine Ordnung in Klassen, Arten und Gattungen setzt aber dem Unendlichen eine Grenze.“

Willkür in der Wissenschaft. Kreativität im Labor. Während des Mittelalters und früher in der Antike gab es keine solche Ordnung, und keine spezifischen Beschreibungen des Pflanzenteils. Aber Ordnung muss sein, oder? Im 17ten und 18ten Jahrhundert kommt Ordnung in der Tat in Deutschland. Viele der wichtigsten, ersten systematischen Botaniker waren Deutsche.

Am Anfang meines Studiums wollte ich auch Botanik studieren. Nachdem ich mit meiner ersten Zoologiestunde zu Ende war, wusste ich, dass ich keine Wissenschaflerin sein wollte. Nicht jetzt und nie. Ich weiß jetzt, dass ich liebte Pflanzen als eine Aesthetik, Gemüse und Blumen in meinem Garten, Kräuter in der Küche, und getrocknete oder gemalt auf der Wand. Nicht unter einem Mikroskop.

Aber jetzt kann ich die Botanik wieder genießen, als Übersetzterin, und muss nicht im Labor arbeiten. Ich kann die wissenschaftlichen Namen genießen und die Geschichte der Botanik genießen aber muss nicht den Zellstoffwechsel meinem Professoren erklären.

Ende gut, alles gut.

~ von Sasha am Juni 27, 2006.

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