Endlich: eine Anfang
Es ist mir so fazinierend, dass ich übersetze die Wörter eines Botanikers, der über einhundertfünfzig Jahre früher lebte, Pflanzen sammelte und über Pflanzen schrieb. Wie sah er aus? Wie war seine Stimme? Was machte er gern, als er am Schreibtisch arbeitete? Trank er gern Kaffee oder Tee? Rauchte er eine Pfeife? Hatte er einen Schnurbart? Wie erklärte er sich die Welt? Glaubte er an Gott und Jesus Christus?
Ab und zu ist die Sprache mehr metaphorisch, poetisch, als richtig wissentschaftlich. Er schrieb nicht nur detaillierte Auswertungen, sondern auch bildhafte Darstellungen, insbesondere wenn er die Geschichte der Pflanze diskutiert.
Aber die Sätze sind l a n g, sehr lang. und es gibt so viele Adjektivkonstruktionen, sodass mein Kopf schwimmt, und ich den Text drei, viermal durchlesen muss um es zu verstehen. Zum Beispiel:
„Um aber zur Aufklärung aller jener Zweifel über den Werth der Arten nach Kräften etwas beizutragen und vielleicht einen sicheren Grundstein zum monographischen Gebäude zu legen, bleibt, da uns sowohl die systematischen als monographischen Bearbeitungen der Gattung im Stiche lasse, das Aufschlagen und die Vergleichung reicher Pflanzen-Sammlungen, in welchen von den Entdeckern Original-Exemplare neidergelegt sind, das angemessenste Hülfsmittel dar.“
Die Arbeit tut mir gut. Es ist nicht so schwer, dass ich verzweifele meine Fähigkeit um das Ende mit Erfolg zu erreichen.

Eine Antwort schreiben