Im Keller der Bibliothek: Gedanken über Literatur und Wahrheit
Am Dienstag diskutierten wir während des Unterrichts die Frühmoderne. Das Referat, das ich geschrieben hatte, war, meines Erachtens, wirklich gut verfasst, und ich hatte viel durch das Schreibens davon gelernt.
Die Aufgabe des Referats enthielt eine Analyzierung des Mythos Goethes, in dem er seine eigene Religion verfasst und der Anfang der Welt beschreibt, bezieungsweise, der Ursprung des Bösen. Ich musste den Begriff des Bösen analyzieren und damit ein paar Artikeln vergleichen, die sich mit den Begriff “das Böse” beschäftigten. Und vergiss nicht, das alles, was ich schreiben sollte, muss nicht mehr als zwei Seite sein. Und auch zweizeilig gedruckt. Tja.
Nach der ersten Skizze hatte ich sechs Seite, aber ich hatte mich mehrmals wiederholt und hatte mich mit zu viele unterschiedlichen Angaben beschäftigt. Zu Hause hatte mein Mann diese ersten Ideen durchgelesen und mir seine Tipps geboten. Dann am nächsten Tag war ich wieder in der Bibliothek und bearbeitete ich den Text. Nach ein paar Stunden hatte ich etwas , das genügt. Mein These: Auf Grund der monistische Metatphysik des Mythos Goethe gibt es darin kein richtiges, objektives moralisches System, weil alles in dem Universum aus dem selben Wesen stammt. Was Goethe nennt als “das Böse” konnte nur eine Illusion sein. (Die monistische Metaphysik des Buddhismus ist vergleichbar damit.)
Unter zwei, zweizeilige Seite. Tja. Mein Referat war von drei und ein halb Seite gebildet. Das geht. Hoffentlich. Und wie gesagt, ich habe viel durch die Arbeit gelernt, und es freut mich, so ein Argument nach so ein selbst gebackenes Mythos zu werfen.
Heute Abend fange ich an mit dem Text des Faustes an. Meine Professorin interessiert sich für die Verbdingungen zwischen jüdische Mystik und Geheimlehre und Goethes Faust, was mich ganz komisch ist. Ich wundere mich warum, warum ist das ihr sinnvoll, was macht solche Sache für sie in dem Leben? Wann beginnt ihr Interesse und woher stammte es?
Meine Erachtens wird Literatur immer mehr geheimnisvoll als ein Behältnis der Wahrheit. Je mehr das ich Literatur studiere, desto mehr interessiere ich mich für Geschichte, d. h. Historie und auch Philosophie, auch Theologie. So viele Rätsel verbergen sich in die Literatur, in der Dichtung und ich habe nicht so viel Geduld als ich einmal hatte für die illusorische–besser gesagt, täuschende– Eigenschaften der Dichtung. Sie ist nicht alls ganz falsch aber sie ist nicht alles ganz wahr. Wenn es meistens Märchenhaft ist, macht es mir keine Sorge, ich denke nicht so ernst daran. Eben wenn die Geschichte das Leben eines Mannes oder einer Frau beschreibt, und versucht realistisch zu sein, denke ich nicht so philosophisch daran. Aber wenn der Autor erzählt eine Geschichte, die so nah an die Wahrheit kommt, sodass es schwer zu sagen wird, welcher Teil ist wahr und welcher Teil Geschichte ist, dann schafft solche Dichtung mir ernste Probleme der Interpretation. Kurz gesagt, wenn die Interpretation einer Geschichte wichtig ist, und es ist sehr schwer den Text zu verstehen und durch zu arbeiten, wundere ich mich –warum schreibe das nicht ehrlich, durch eine philosophische Weise? Warum stell solche Wichtigkeiten in eine Geschichte, eine Gattung die so notorisch ist, für die Eigenschaft der Phantasie?
Ich habe das Problem nicht so gut erklärt. Für mich ist die Absicht des Autors in Bezug auf solche Texte sehr wichtig. Zum Beispiel, dieses Mythos Goethes. Was ist ein Mythos? Wie funktioniert ein Mythos um Werte zu schaffen, die Welt zu erklären? Wenn ein Mythos richtig aus der Vergangenheit stammte, wenn wir viele Geschichte beerbt haben, die die Kultur erklären, unter anderen Dinge, dann denke ich, das ist wenigstens authentisch. Aber auf der anderen Seite, wenn ein Mensch plötzlich sitzt und beschließt ein Mythos zu schreiben und sein eigene Religion zu schaffen….warum soll ich mich damit beschäftigen? Er spricht einfach von sich selbst und seine eigene Ideen–definitionsgemäß haben seine Ideen keine authentische, urpsringliche Verbindung mit der Welt, außer seinem Kopf. William Butler Yeats hatte auch etwas Ähnliches gemacht, und viele andere Autoren und Denker. Man konnte sagen, dass die deutsche Mystiker des Mittelalters, z. B. Meister Ekhart, haben auch so getan.
Ich habe gehört, dass Wagner auch ein Mythos schaffen wollte und auf diesem Grund (unter andere) hatte er sein der Ring des Nibelungen geschrieben. Klarer gesagt, schaffte er es nicht, sondern weiderbelebte er eine alte Geschichte, aus der Zeit der Völkerwanderung und beruhrend auf einen mittelhochdeutschen Text. Zugegeben, dass Goethe auch mit der Bibel, mit der jüdische Geheimlehre und dem Neuplatonismus gearbeitet hatte. Aber das bringt mich zurück an meine erste Frage: Wieso funktioniert das Mythos, warum ist es Leute überzeugend? Besonders wenn die Menschen gewähren, dass das Mythos nicht eine authentische Darstellung der Wahrheit ist.
Was mich besonders aufregt, ist, dass der Mysticismus, als ein Ausdruck der Subjektivität, eingewurzelt unberührbar ist. Es fordert eine Erklärung, und man denkt, dass man damit argumentieren kann. Aber in dem Moment, dass man die Geschichte als haltbar erachten, wenn man versucht, ein Argument dagegen zu machen, verfließt sie in die Gattung der Literatur, ist sie nur eine Geschichte. Und was kann man gegen eine Geschichte sagen? Warum argumentiert man mit einer Geschichte? Sie ist beide wahr und falsch, aber eine Behauptung der Wahrheit einer Geschichte verkörpert sich auf eine andere Weise als eine Behauptung der Wahrheit eines philosophischen Textes. Und damit kann man doch argumentieren.
Meiner Meinung nach ist dieses Phänomen der unbestechliche Beschaffenheit der Literatur einer der wichtigsten Grunde, dass viele Philosophe in dem zwanzigsten Jahrhundert Romane und kurze Geschichte schrieben. Epistemische Probleme gibt es auch dazu, und ich konnte dahin gehen aber die Zeit ist leider um und ich habe andere Aufgabe noch vor mir.
Ich soll darüber schreiben.

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