Es ist schon lange gewesen

•Juli 30, 2007 • Kommentar schreiben

Es ist jetzt Ende Juli, und das Semester beginnt in drei Wochen. Der Sommer ist fast vorbei, und ich fühle es nicht, weil ich so lange nicht hier gewesen bin. Mein Mann und ich waren in der Schweiz vom Ende Mai bis die erste Woche Juli. Jetzt habe ich fast kein Urlaub mehr, und ich möchte noch ein bisschen mehr Ruhe haben, bevor alles wieder anfängt. Aber so ist es. Und wenn ich denke, dass ich bald Studenten haben werde, dass ich blad wieder jeden Tag Griechisch lerne werde, dann geht es besser, und ich freue mich darauf.

Aber die schöne, stille Zeit mit meinem Mann und mit meinen Kindern kann ich nicht so leicht genießen. Stattdessen muss ich bald von Morgen bis Abend lesen, arbeite, vorbereiten, studieren, u.s.w. Und ich werde sie vermissen.

Heldenlärm: ein Buch um Dietrich von Bern

•Februar 17, 2007 • Kommentar schreiben

Solches Deutsch habe ich noch nie gelesen.

(Vor den Kampf zwischen Dietrich und den Königzwerg)
»Weg von Witege, meinem Weggenossen! Unleidiges Wesen! Zu Pferde! Zwingt im Zweikampf Dietrich von Bern, zweifelhafter, zwistversessener Zwerg!« (S. 67)

(Mitten im Kampf zwischen fünf Helden und unzahlbare Zwerge)
»Die vordersten Reihen hatten schon gar keine Bärte mehr, weil sie Dietrich mit Feuerspeien abgebrannt hatte, und Zwerge ohne Bärte sind wie Ritter in Unterhosen. So wendete sich das Blatt.« (S. 80)

(Nach dem Kampf, als der Königzwerge um sein Leben bittet)
Dietrich hatte seine unerbittlichen, wie aus Marmor gemeißelten Zornfalten im Gesicht. Rauch stieg von seinen Nasenlöchern und Lippen auf. »Alle werden sterben«, sagte er, »aber erst trinken wir ein Faß Bier.« (S. 80)

Wunderbar. Wilhelm Bartsch ist der Autor. Ein Dichter, eigentlich.

Ich will  alles haben, das er schreibt.

Schreibentag

•Februar 12, 2007 • Kommentar schreiben

BibliothekJa. Schon lange her, seit ich etwas geschrieben habe. Nicht so gut für meine Deutschübung, aber so war es.

2007, Februar eben. Das Jahr geht schnell vorbei. Ich unterricht noch an der Uni, studiere noch, besuche Klassen, lese und schreibe für meine Professorinnen und Professoren. Meine Klassen jetzt: Moderne Literaturkritik, Altgriechisch, und Pedagogik für Lehrern einer Fremdsprache.

Inzwischen habe ich viel an mein Classblog gearbeitet: deutschlernen. Das funktioniert sehr gut, glaube ich. Ich mache weiter so im späteren Semestern, weil es wirklich alle hilft. Jetzt wissen die Studenten, was wir in der Klasse gemacht haben- und ich auch. Man muss sich organisieren, oder?

Heute Abend schreibe ich ein kurzes Referat für morgen. Also muss ich nicht hier viel schreiben. Aber ich komme zurück. Ich schreibe noch mal wieder.

Glück gehabt beim Podcasting

•Oktober 24, 2006 • Kommentar schreiben

Heute ist etwas besonders gut geschehen. Endlich habe ich eine bessere Methode, Podcasts weiterzugeben. Schon lange habe ich gewusst, dass meine Studenten auch Podcasts regelmäßig zuhören aber wusste nicht genau wie die technische Einzelheiten zu überspringen. Jetzt habe ich die Antwort und ich freue mich sehr darauf. Die Podcasts, die ich habe, brenne ich auf CDs, und die Menschen im Sprachlabor stellen die Podcasts auf unsere Webseite, unter andere Medien. Da können die Studenten alle Podcasts und Vodcasts zuhören und sehen, die ich für sie vorhabe. Endlich eine brauchbare, leistungsfähige Lösung! Vorher gab es zu viel Information, zu viele unterschiedliche Weibseite, Programs, u.s.w. Jetzt ist alles auf einer Stell. Und was wichtig ist, jetzt kann ich einfach Hausaufgabe daraus machen. ;)   Sonst hören die faulen sie doch nicht zu.

Also, habe ich viel Glück gehabt und ich freue mich darauf. Habe auch eine interessante (meines Erachtens) Kommentar auf Reikos Homepage gelassen und ich wundere mich, was er dazu sagen will. Hmmmmmm. Jetzt gehe ich nach Hause. Es ist schon spät.

Im Keller der Bibliothek: Gedanken über Literatur und Wahrheit

•September 1, 2006 • Kommentar schreiben

Am Dienstag diskutierten wir während des Unterrichts die Frühmoderne. Das Referat, das ich geschrieben hatte, war, meines Erachtens, wirklich gut verfasst, und ich hatte viel durch das Schreibens davon gelernt.

Die Aufgabe des Referats enthielt eine Analyzierung des Mythos Goethes, in dem er seine eigene Religion verfasst und der Anfang der Welt beschreibt, bezieungsweise, der Ursprung des Bösen. Ich musste den Begriff des Bösen analyzieren und damit ein paar Artikeln vergleichen, die sich mit den Begriff „das Böse“ beschäftigten. Und vergiss nicht, das alles, was ich schreiben sollte, muss nicht mehr als zwei Seite sein. Und auch zweizeilig gedruckt. Tja.

Nach der ersten Skizze hatte ich sechs Seite, aber ich hatte mich mehrmals wiederholt und hatte mich mit zu viele unterschiedlichen Angaben beschäftigt. Zu Hause hatte mein Mann diese ersten Ideen durchgelesen und mir seine Tipps geboten. Dann am nächsten Tag war ich wieder in der Bibliothek und bearbeitete ich den Text. Nach ein paar Stunden hatte ich etwas , das genügt. Mein These: Auf Grund der monistische Metatphysik des Mythos Goethe gibt es darin kein richtiges, objektives moralisches System, weil alles in dem Universum aus dem selben Wesen stammt. Was Goethe nennt als „das Böse“ konnte nur eine Illusion sein. (Die monistische Metaphysik des Buddhismus ist vergleichbar damit.)
Unter zwei, zweizeilige Seite. Tja. Mein Referat war von drei und ein halb Seite gebildet. Das geht. Hoffentlich. Und wie gesagt, ich habe viel durch die Arbeit gelernt, und es freut mich, so ein Argument nach so ein selbst gebackenes Mythos zu werfen.

Heute Abend fange ich an mit dem Text des Faustes an. Meine Professorin interessiert sich für die Verbdingungen zwischen jüdische Mystik und Geheimlehre und Goethes Faust, was mich ganz komisch ist. Ich wundere mich warum, warum ist das ihr sinnvoll, was macht solche Sache für sie in dem Leben? Wann beginnt ihr Interesse und woher stammte es?

Meine Erachtens wird Literatur immer mehr geheimnisvoll als ein Behältnis der Wahrheit. Je mehr das ich Literatur studiere, desto mehr interessiere ich mich für Geschichte, d. h. Historie und auch Philosophie, auch Theologie. So viele Rätsel verbergen sich in die Literatur, in der Dichtung und ich habe nicht so viel Geduld als ich einmal hatte für die illusorische–besser gesagt, täuschende– Eigenschaften der Dichtung. Sie ist nicht alls ganz falsch aber sie ist nicht alles ganz wahr. Wenn es meistens Märchenhaft ist, macht es mir keine Sorge, ich denke nicht so ernst daran. Eben wenn die Geschichte das Leben eines Mannes oder einer Frau beschreibt, und versucht realistisch zu sein, denke ich nicht so philosophisch daran. Aber wenn der Autor erzählt eine Geschichte, die so nah an die Wahrheit kommt, sodass es schwer zu sagen wird, welcher Teil ist wahr und welcher Teil Geschichte ist, dann schafft solche Dichtung mir ernste Probleme der Interpretation. Kurz gesagt, wenn die Interpretation einer Geschichte wichtig ist, und es ist sehr schwer den Text zu verstehen und durch zu arbeiten, wundere ich mich –warum schreibe das nicht ehrlich, durch eine philosophische Weise? Warum stell solche Wichtigkeiten in eine Geschichte, eine Gattung die so notorisch ist, für die Eigenschaft der Phantasie?

Ich habe das Problem nicht so gut erklärt. Für mich ist die Absicht des Autors in Bezug auf solche Texte sehr wichtig. Zum Beispiel, dieses Mythos Goethes. Was ist ein Mythos? Wie funktioniert ein Mythos um Werte zu schaffen, die Welt zu erklären? Wenn ein Mythos richtig aus der Vergangenheit stammte, wenn wir viele Geschichte beerbt haben, die die Kultur erklären, unter anderen Dinge, dann denke ich, das ist wenigstens authentisch. Aber auf der anderen Seite, wenn ein Mensch plötzlich sitzt und beschließt ein Mythos zu schreiben und sein eigene Religion zu schaffen….warum soll ich mich damit beschäftigen? Er spricht einfach von sich selbst und seine eigene Ideen–definitionsgemäß haben seine Ideen keine authentische, urpsringliche Verbindung mit der Welt, außer seinem Kopf. William Butler Yeats hatte auch etwas Ähnliches gemacht, und viele andere Autoren und Denker. Man konnte sagen, dass die deutsche Mystiker des Mittelalters, z. B. Meister Ekhart, haben auch so getan.

Ich habe gehört, dass Wagner auch ein Mythos schaffen wollte und auf diesem Grund (unter andere) hatte er sein der Ring des Nibelungen geschrieben. Klarer gesagt, schaffte er es nicht, sondern weiderbelebte er eine alte Geschichte, aus der Zeit der Völkerwanderung und beruhrend auf einen mittelhochdeutschen Text. Zugegeben, dass Goethe auch mit der Bibel, mit der jüdische Geheimlehre und dem Neuplatonismus gearbeitet hatte. Aber das bringt mich zurück an meine erste Frage: Wieso funktioniert das Mythos, warum ist es Leute überzeugend? Besonders wenn die Menschen gewähren, dass das Mythos nicht eine authentische Darstellung der Wahrheit ist.

Was mich besonders aufregt, ist, dass der Mysticismus, als ein Ausdruck der Subjektivität, eingewurzelt unberührbar ist. Es fordert eine Erklärung, und man denkt, dass man damit argumentieren kann. Aber in dem Moment, dass man die Geschichte als haltbar erachten, wenn man versucht, ein Argument dagegen zu machen, verfließt sie in die Gattung der Literatur, ist sie nur eine Geschichte. Und was kann man gegen eine Geschichte sagen? Warum argumentiert man mit einer Geschichte? Sie ist beide wahr und falsch, aber eine Behauptung der Wahrheit einer Geschichte verkörpert sich auf eine andere Weise als eine Behauptung der Wahrheit eines philosophischen Textes. Und damit kann man doch argumentieren.

Meiner Meinung nach ist dieses Phänomen der unbestechliche Beschaffenheit der Literatur einer der wichtigsten Grunde, dass viele Philosophe in dem zwanzigsten Jahrhundert Romane und kurze Geschichte schrieben. Epistemische Probleme gibt es auch dazu, und ich konnte dahin gehen aber die Zeit ist leider um und ich habe andere Aufgabe noch vor mir.

Ich soll darüber schreiben.

Fangen wir mit Platon an

•August 20, 2006 • Kommentar schreiben

Heute abend beginne ich das Semester mit Platon. Heute Abend muss ich etwa vierzig Seite durchlesen und Notizen dazu machen. Ich habe meine volle heiße Teekanne dabei, das Licht ist gut und hell, und es gibt noch ein paar Stunden vor Abendrot.

Draußen bellt der Hund und Menchen fahren vorbei mit dem lauten Motorrad, aber ich kann den Lärm ertragen. Ich bin zu empfindlich.

Heute früh habe ich ein bisschen von die Briefe von Goethe, in dem er sein Faust erwähnte, gelesen, und ich habe sie sehr interessant gefunden. Aber mehr davon später. Jetzt muss ich zu dem Platon. Ich lese Ion und Auszüge von Republik, Phaedrus, Sophist, Philebus, und Cratylus.

noch einmal im Keller der Bibliothek

•August 14, 2006 • Kommentar schreiben

Diese Woche bereite ich die Stundenpländ vor, sodass ich weiß genauer worüber ich jeden Tag sprechen soll. Dieses Semester will ich, dass meine Studenten sprechen mehr und ich weniger. Und, dass ich mehr Deutsch im Klassenzimmer sprechen und Englisch nur wenn es grammatisch nötig ist.

So sitze ich heir im Keller mit dem Textbuchh und denke über meinen Plan. Ich habe ein neues Notizbuch gekauft. Ich habe die Notizen und Stundenpläne des letzten Semesters. Also.

Ich habe auch ein neues Blog für die Klasse, das heißt deutschlernen. Ich will es natürlich sehr interessant und hilfreich sein, sodass meine Studenten Podcasts auf Deutsch hören können.

Muss zur Arbeit gehen.

erster Teil

•Juli 15, 2006 • Kommentar schreiben

Ich habe das erste Teil der Monographie vollig durchgearbeitet und den Text meiner Kundin übergeben. Das ist vierzehn Seiten hinter mir aber vierzig oder so gibt es noch. In zwei Wochen beginnt wieder die UniMaschine, dann muss ich für meine Klassen studieren und viel lesen. Wie viel Zeit werde ich für übersetzen haben?

Und was habe ich so weit gelernt? Das Deutsch ist schwer. Adjektivkonstructionen und untergeordnete Gliedsätze überall und die Sprache ist ja so veraltet…1842 wurde es geschrieben. Aber ich habe auch gelernt, das ich so etwas übersetzen kann und Sinn darauf machen kann.

Für Schütjer muss ich Faust im Herbst lesen. Ich habe schon das Buch als Hörbuch und habe die Dateien auf meinen mp3 Spieler herunterladen. Ich gehe spazieren und höre zu. Es gibt noch Wörter, die ich nicht verstehe, aber nicht so viel wie früher.

Das Verb kommt an die zweite Stelle! (Oder?)

•Juli 5, 2006 • Kommentar schreiben

Hier ist einen klassischen Satz aus dem Schreiben des 19ten Jahrhunderts. Meiner Meinung nach ist es wirklich klasse, weil die Adjektivkonstruktion, ein Teil der Grammatik, der im Englischnicht gibt, so, so, SO l a n g e ist. Und dann- plopp- kommt das Verb. Ich sage immer vor den Studenten: „das Verb kommt an die zweite Stelle!“- das heißt, die grammatische Stelle, nicht die wörtliche Stelle. Und darum unterrichten wir Adjektivkonstruktionen nur nach dem zweiten Jahr!

das Beispiel aus 1842 (das Hauptverb schwergedrückt):

Die nach der vorausgeschickten geschichtlichen Erörterung von Matthioli zuerst, bald darauf von Castor Durante, Columna und Imperato an verschiedenen Orten Italiens, angeblich als wildwachsende Pflanze beobachtete, auch später in italienischen Gärten (z. B. nach A. Tilli in den Gärten von Pisa), ferner in englischen (nach Js. Rand in Chelsea) und endlich von Camerarius, aus den aus Florenz erhaltenen Exemplaren in Nürnberg cultivirte Agrimonia odorata erhielt späterhin durch Morison, Miller, Aiton, Wildenow und De Candolle nicht allein als solche klassischen Ruf, sondern wurde auch, wenn gleich mit Ausschluss des Entdeckers, von jenen dem italienischen Gebiete eigenthümlich erachtet und angezeigt.

Nur beim Lesen werde ich müde. Bzw. beim Suchen des Verbes.

Endlich: eine Anfang

•Juli 4, 2006 • Kommentar schreiben

Es ist mir so fazinierend, dass ich übersetze die Wörter eines Botanikers, der über einhundertfünfzig Jahre früher lebte, Pflanzen sammelte und über Pflanzen schrieb. Wie sah er aus? Wie war seine Stimme? Was machte er gern, als er am Schreibtisch arbeitete? Trank er gern Kaffee oder Tee? Rauchte er eine Pfeife? Hatte er einen Schnurbart? Wie erklärte er sich die Welt? Glaubte er an Gott und Jesus Christus?

Ab und zu ist die Sprache mehr metaphorisch, poetisch, als richtig wissentschaftlich. Er schrieb nicht nur detaillierte Auswertungen, sondern auch bildhafte Darstellungen, insbesondere wenn er die Geschichte der Pflanze diskutiert.

Aber die Sätze sind l a n g, sehr lang. und es gibt so viele Adjektivkonstruktionen, sodass mein Kopf schwimmt, und ich den Text drei, viermal durchlesen muss um es zu verstehen. Zum Beispiel:

„Um aber zur Aufklärung aller jener Zweifel über den Werth der Arten nach Kräften etwas beizutragen und vielleicht einen sicheren Grundstein zum monographischen Gebäude zu legen, bleibt, da uns sowohl die systematischen als monographischen Bearbeitungen der Gattung im Stiche lasse, das Aufschlagen und die Vergleichung reicher Pflanzen-Sammlungen, in welchen von den Entdeckern Original-Exemplare neidergelegt sind, das angemessenste Hülfsmittel dar.“

Die Arbeit tut mir gut. Es ist nicht so schwer, dass ich verzweifele meine Fähigkeit um das Ende mit Erfolg zu erreichen.